Unser Garten

Bilder - Erfahrungen - Wissenswertes



Boretsch-Blüte, 18. August 2003

Boretsch

Er ist ein bisschen Zierpflanze und ein bisschen Nutzpflanze. Obwohl die Blätter auch so kleine Stachelchen - eigentlich eher Häärchen - haben, wie hier bei der Blüte, kann man sie klein schneiden und als Zugabe zum Salat verwenden. Ein Nichtsahnender wird vielleicht denken, es sei Gurke im Salat, während der Geschmack eben vom Boretsch kommt. Daher heißt er auch "Gurkenkraut". Die Blüten sind ebenfalls essbar und eigen sich als etwas andere Dekoration für Salate etc. Natürlich kann man auch schon im Garten von den Blättern und Blüten naschen.
Zur Blütezeit erfreut er uns mit den blauen Akzenten, die er im Garten setzt, aber auch die Bienen, die er mit seinen vielen kleinen Blüten anlockt.

Anbau
Der Boretsch ist leicht aus Samen zu ziehen. Im Winter erfriert die Pflanze, aber wo er sich wohl fühlt, gehen in den Folgejahren immer wieder kleine Pflänzchen auf. Im Keimblattstadium sehen sie Gurkenpflänzchen ähnlich. Hier macht der Boretsch seinem Zweitnamen nochmals Ehre. Wer die "kultivierte Unordnung" eines Bauerngartens mag, lässt hier und da auf den Gemüsebeeten ein Boretsch-Pflänzchen stehen, aber nicht zu viel, denn die Pflanzen werden doch recht ausladend und man verliert zu viel Platz. Kleine Pflänzchen lassen sich noch umsetzen.


Calendula mit Biene   1. August 2003
Calendula gelb   1. August 2003

Calendula im Gemüsegarten
1. August 2003

Calendula

Sie heißt auch Ringelblume und sollte in keinem "Bauerngarten" fehlen. Mit ihrer Blütenpracht in gelb und orange erfreut sie uns und die Bienen. Sie ist aber auch gesund für Mensch und Boden. Als Heilpflanze wird sie zum Beispiel als Zutat für Salben verwendet oder man kann die Blütenblätter abzupfen und trocknen für Ringelblumentee.

Anbau
Im April oder Mai werden die gebogenen , rauhen Samen am besten gleich an Ort und Stelle gesät. In den Folgejahren ist das meist nicht mehr nötig, denn sie samen leicht aus und in der Umgebung des alten Standorts gehen oft viele kleine Pflänzchen auf. Versetzen Sie frühzeitig viele davon ins Blumenbeet, auf Baumscheiben usw. Ein paar können auch im Gemüsegarten bleiben als bunte Farbkleckse und als gesunde Mischkultur zwischen den Nutzpflanzen mit einer guten Wirkung auf die Bodengesundheit.


Sommerastern, 19. Juli 2003

Sommerastern

Während die Herbstasern beliebt sind, weil sie spät im Jahr blühen, wenn es sonst kaum noch Blumen gibt, sind ihre Namensverwandten des Sommers eher wenig bekannt.
Sie wachsen fast wie Unkraut und breiten sich auch leicht über Samen im Garten aus.

Die Blüten, die an Gänseblümchen erinnern, wirken an den vielleicht 80 cm langen Stielen eher unscheinbar. Von der Nähe betrachtet sind sie aber doch ganz nett und als Zugabe in einem Blumenstrauß sind sie richtig zauberhaft.
Per Klick auf das Bild bekommen Sie eine Großaufnahme.


Sonnenblume, 19. Juli 2003


Sonnenblume, 8. September 2007
Die Sorte "Gelbe Riesen" (Helianthus annuus) wird 2-3m groß, hat Kerne mit weißer Schale und ist ertragreich.

Sonnenblume

Man sagt ja, dass sie ihre Blüten nach der Sonne ausrichten, aber so ganz stimmt das wohl nicht immer. In jedem Fall ist sie eine der prächtigsten Blumen. Die Kerne liefern ein wertvolles Öl, geschält passen sie ins Müsli oder in den Brotteig. Wenn Sie sie nicht selber brauchen, heben Sie die Köpfe als Vogelfutter für den Winter auf oder lassen Sie sie notfalls einfach stehen für unsere gefiederten Freunde, bis sie die Kerne mit Inhalt rausgepickt haben.

Anbau
Die Sonnenblume wird natürlich aus Samen gezogen, ab Anfang Mai im Freiland oder schon vorher in Töpfen. Man kann prima eigenes Saatgut vom Vorjahr verwenden. Ich habe schon mehrfach mit Erfolg aus geschälten Kernen gezogen. Sicher ließe sich auch ein Rest vom Vogelfutter verwenden.
Man kann natürlich an Ort und Stelle säen, was vor allem praktikabel ist, wenn Sie viele Pflanzen haben wollen, etwa eine ganze Sonnenblume-Hecke. Dort wo sich viele Schnecken tummeln, haben die Pflänzchen aber kaum eine Chance. Hier ist es besser, die Pflanzen vorzuziehen und sie erst auszupflanzen, wenn sie relativ groß sind, vielleicht 30-60 cm. Säen Sie möglichst auch auf einem Aussaatbeet mit genügend Abstand, also 8 - 15 cm in der Reihe, einmal damit die einzelnen Pflanzen kräftig werden, aber auch damit Sie sie mit einem genügend großen Erdballen verpflanzen können.


Artischocken-Pflanzen
1. August 2003


Artischocken-Knospen
19. August 2003


Artischocken-Blüte
1. Oktober 2003

Artischocken

Diese edle Distel ist sowohl Zierpflanze, als auch Nutzpflanze und sogar Heilpflanze. Die Blütenknospen sind eine Delikatesse, aber gleichzeitig ein Balsam für Leber, Galle und Magen. Besonders viele Wirkstoffe enthalten die Blätter. Sie dienen als Grundlage für Arzneimittel und werden als Tee aufgegossen. Die Blüten sind ein Blickfang in jeder Vase, aber natürlich auch im Garten. So passen die Pflanzen nicht nur in den Gemüsegarten, sondern auch in größere Blumenbeete.
Die Artischocken stammen aus Arabien und mögen es warm. Man sagt, sie haben "Sehnsucht nach dem Meer", denn sie gedeihen im gemäßigten Klima küstennaher Regionen am besten. Sie sind aber garnicht so kälteempfindlich, wie man meinen könnte.

Aussaat
Artischocken sind nicht samenecht. Die einzelnen Exemplare können sehr unterschiedlich ausfallen. Die "höhere Schule" ist es daher, von gut geratenen Pflanzen die seitlichen Ableger des Vorjahres, die "Kindel", für die Vermehrung zu verwenden, siehe Überwinterung.
Am wenigsten eigenwillig bei der Aussat sind neuere grünköpfige Sorten, wie die "Große von Laon" aus der Bretagne, auch wenn sie mit dem Geschmack der violetten nicht ganz mithalten können.
Bevor Sie im März in Töpe aussäen, sollten die Samen 24 Stunden in Wasser mit 22 bis 24 °C eingeweicht werden.

Anbau
In den Garten können die Pflanzen ab April. Weil sie jung noch frostempfindlich sind, sollen sie bis Mitte oder Ende Mai eine Vliesabdeckung als Kälteschutz bekommen oder Sie pflanzen sie erst dann aus. Der Abstand soll mindestens 80 cm, besser 1 m betragen.
Diese Luxus-Distel ist keineswegs anspruchslos bezüglich Boden. Er soll humusreich, locker und tiefgründig sein. Verdichteter Boden oder gar Staunässe bekommt ihnen schlecht. Mineraldünger führt leicht zu Kalkmangel. Düngen Sie mit Kompost, am besten verrotteter Kuhmist, Steinmehl, Algenkalk und verwenden Sie Brennnesseljauche als Zugabe zum Gießwasser.

Ernte
Wenn Sie die Artischocken essen wollen, warten Sie mit der Ernte nicht zu lang, denn jung und geschlossen sind sie zarter. Wir haben 2003 zum ersten mal eine blühen lassen, siehe Bild.

Zubereitung
Die Blütenknospen werden 20 bis 30 Minuten in Wasser mit etwas Essig gegart. Serviert werden sie zum Beispiel mit einer speziellen Soße zum Dippen aus Senf, Öl, Essig und Kräutern, wie man sie in manchen Kochbüchern findet, oder auch mit Mayonnaise. Man löst immer ein Blatt ab, taucht es in die Soße und streift den weichen Teil des Blattes zwischen den Zähnen ab. Zum Schluss kommt das Beste, der Blütenboden, wobei man das nicht genießbare "Heu" vorher entfernt.

Überwinterung
Es lohnt sich, den Wurzelstock der Pflanzen über den Winter zu retten, denn in den weiteren Jahren bilden sie früher und mehr Knospen. Es ist aber schwierig, weniger weil sie erfrieren - einige Minusgrage halten sie aus - sondern weil sie im kalten, nassen Boden von Pilzen befallen, oder von den Mäusen gefressen werden.
Es gibt verschiedene Überwinterungsmethoden: Man kann, nachdem man die Stengel entfernt hat, die Wurzeln in eine Kiste mit Erde oder Sand setzen und in einem kühlen Keller überwintern. Man kann sie auch an Ort und Stelle mit Stroh, Laub etc. abdecken, als Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit. Das Kunststück besteht unter anderem darin, nicht zu früh abzudecken, weil sich sonst Schimmelpilze und Mäuse nur umso wohler fühlen. Die halbe Miete hat man schon, wenn wenigstens die Kindel den Winter überstehen. Dann hat man neue Pflanzen, und kennt deren Eltern, kann also die besten verwenden.


Grünes Basilikum, 19. Juli 2003


Rotes Basilikum, 19. Juli 2003
Manche sagen, dass es intensiver schmeckt. Farblich ist es auf jeden Fall eine interessante Note.

Basilikum

Für mich ist es eines der besten Gewürze. Allein schon der Duft, wenn man daran vorbei geht ... und erst im Tomatensalat ...
Es schadet nicht, wenn man davon etwas mehr hat, denn es lässt sich gut für den Winter trocknen. Und wer noch mehr hat - eine Portion getrocknetes Basilikum aus dem eigenen Garten ist schließlich auch ein schönes Geschenk.

Anbau
Basilikum liebt Wärme und einen humusreichen Boden. Es ist ein Lichtkeimer, das bedeutet, dass die Samen kaum mit Erde bedeckt werden dürfen. Andererseits sollen sie auch nicht austrocknen. Es kann in Töpfen oder einem Blumenkasten im Haus oder Gewächshaus vorgezogen werden. Sie können aber auch Töpfchen mit Pflanzen verwenden, wie man sie in Lebensmittelgeschäften günstig bekommt. Ins Freiland ausgepflanzt werden sollte es erst, wenn es warm genug ist, etwa ab 20. Mai, je nach Witterung.
Ein Problem sind die Schnecken, denn auch sie haben dieses zarte Gewürz "zum Fressen gern". Der Anbau im Garten gelingt bei uns erst richtig, seit wir unsere Laufenten haben.


Broccoli, 19. Juli 2003

Broccoli

Dieses Gemüse mit dem italienisch klingenden Namen gilt als besonders vitaminreich und wertvoll für uns Menschen und es ist relativ einfach zu kultivieren, jedenfalls einfacher als sein "adeliger Vetter", der Blumenkohl.

Anbau
Um Pflanzen heranzuziehen, säe ich etwa Anfang Mai auf ein Aussaatbeet mit vielleicht 15 cm Reihenabstand und 1cm tief. In der Reihe lege ich die Körner einzeln, so etwa alle 5 cm. So können die Pflanzen später jeweils mit einem Wurzelballen verpflanzt werden.
Das eigentliche Broccoli-Beet sollte gut mit einer Schicht Kompost vorbereitet werden. Sobald die Pflänzchen über das Keimblattstadium hinaus sind und man erkennt, welche gut gedeihen, können sie verpflanzt werden. Auf einem 1,20 Meter breiten Beet haben zwei Reihen Platz, mit mindestens 45 cm Abstand, besser 60 cm. In der Reihe bekommen die Pflanzen 45 cm Abstand. Damit sie fest stehen, können sie etwas tiefer gepflanzt werden, als sie vorher standen. Wenn der Kompost eher mager war, streue ich als Vorratsdüngung zusätzlich etwas Hornspäne um jede Pflanze. Wie alle Kohlarten braucht auch der Broccoli genügend Wasser, am besten angereichert mit einem Anteil Brennnesseljauche.

Mischkultur
Der Zwischenraum auf dem anfangs recht leer wirkenden Beet kann z.B. für Salat genutzt werden. Pflanzen mit längerer Kulturdauer haben dagegen später unter den weit ausladenden Broccoli-Blättern schlechte Karten.

Kohlweißling
Über einen längeren Zeitraum sind die weißen Schmetterlinge unterwegs und legen ihre Eier auf den Blättern der Kohlpflanzen ab, meist auf der Unterseite. Daraus schlüpfen dann die Raupen, die die Blätter zerfressen. Unangenehm ist, dass sie sich gern in die Blütenknospen zurückziehen. Sie sind dort manchmal kaum zu sehen, aber sie verraten sich durch Gespinstfäden, die man in den geernteten Blütenköpfen findet. Abhilfe könnte man schaffen, indem man das Broccoli-Beet mit einem Rahmen aus Latten umgibt, den man mit engmaschigem Zaun bespannt, so dass die Schmetterlinge nicht zu den Blättern können.
Durch den trockenen Sommer 2003 gab es über lange Zeit keine Raupen, obwohl die Kohlweißlinge Eier gelegt hatten. Erst ganz spät im Herbst sind vereinzelte Raupen aufgetaucht.

Ernte
Das Schöne beim Broccoli ist, dass, wenn man den ersten großen Blütenkopf geerntet hat, seitlich aus den Blattachseln mehrere neue nachwachsen. So kann man mehrmals ernten, manchmal bis in den Winter hinein. Außer den Blütenköpfen können auch jüngere Blätter und Stengel verwendet werden. Die geputzten Stengel sind schon roh eine Delikatesse - ähnlich Kohlrabi, aber zarter!


Kartoffel-Blüte, 19. Juli 2003

Kartoffeln

Dieses Nachtschattengewächs aus Südamerika gehört längst zu unseren Grundnahrungsmitteln und ist schon fast "heimisch". Der Anbau im Garten lohnt trotz günstiger Marktpreise wegen Qualität und Frische der eigenen Kartoffeln und auch, weil der Anbau vergleichsweise wenig Arbeit macht.

Die Kartoffel liebt Sonne, Wärme, Humus und Luft im Boden.

Zeitpunkt
Gelegt werden können die Knollen zwar ab April, vor allem Frühkartoffeln, aber man sagt nicht zu Unrecht: "Legst du sie im April, kommt sie wann sie will - legst du sie im Mai, kommt sie glei". Wenn sie austreiben und nochmal erfrieren, bedeutet es natürlich einen Rückschlag, obwohl die Gefahr in den letzten Jahren eher geringer geworden zu sein scheint. Man sagt, bis Ende Mai sollten sie alle im Boden sein, aber ich hatte sogar mit Anfang Juli gelegten Kartoffeln noch eine gute Ernte.

Anbau
Suchen Sie, wenn möglich einen gut besonnten Platz aus. Wenn es an Licht fehlt, bilden die Pflanzen mehr Kraut, aber weniger Knollen. Sie eignen sich auch gut als erste Kultur auf neu kultiviertem Land, weil sie einen "garen" Boden hinterlassen - also etwa wenn Sie Beete anlegen, wo bisher Wiese war.
Sehr viel Vorbereitung ist nicht unbedingt nötig, nur gelockert werden sollte der Boden, sofern er es nicht schon ist. Dann kann's auch schon losgehen. Der Abstand kann verschieden gewählt werden - ich nehme die Faustregel "33 x 66". Ziehen Sie also mit dem Spaten alle 66 cm eine Rille, vielleicht 10 cm tief. Da hinein legen Sie dann die Knollen mit etwa 33 cm Abstand und schieben die Reihen schließlich wieder zu. Die Kartoffeln sollen nur knapp unter der Erde liegen und schnell Blätter treiben.

Pflege

Die Kartoffel hat das besondere Talent, dass so ziemlich aus jedem Stück eine neue Pflanze werden kann - nicht nur aus den Knollen, sondern auch aus Schalen, einzelnen Trieben, Triebstücken und bei guten Bedingungen sogar aus Blättern ... Außerdem mag es die Pflanze, bis unter die Blätter zugeschüttet zu werden. Man kann sie als "Turm" kultivieren. Dazu pflanzt man sie zunächst in einen größeren Topf. Immer wieder wird dann ein Ring auf den Topf aufgesetzt und Erde eingefüllt, so dass die Stengel großteils eingegraben sind. So wird der Turm immer höher und in jeder Lage wachsen Kartoffeln. Die Beschreibung soll hier aber nur dem Verständnis dienen.
Auch die bisher flach eingegrabenen Kartoffeln sollen, wenn die Pflanzen groß genug dafür sind, angehäufelt werden. Das ist eine gute Gelegenheit, hier Kompost zu verwenden und von beiden Seiten unter die Pflanzen zu schieben. Notfalls kann man die Pflanzen auch mit dem vorhandenen Boden anhäufeln, aber vorsichtig, damit man nicht zu viele Wurzeln beschädigt. Durch das Anhäufeln wird auch inzwischen gewachsenes Unkraut einfach zugeschüttet. Der Vorgang kann mehrmals im Lauf des Sommers wiederholt werden.

Ernte
Eigentlich ist der richtige Zeitpunkt für die Ernte, wenn das Kraut vollständig verdorrt ist. Man kann aber durchaus schon vorher einzelne Kartoffeln ernten und die Pflanze weiterwachsen lassen. Dazu wühle ich einfach mit den Händen um die Pflanze herum im Boden und hole die frischen Knollen für's Mittagessen heraus. Wenn die Schale weich ist und sich leicht abreiben lässt, sind sie noch zu unreif.

Spät geerntete Kartoffeln trocknen wegen schlechtem Wetter im Haus.
27. November 2003


Kartoffeln nach dem Waschen zum Trocknen ausgebreitet
2. Oktober 2007
Für die eigentliche Ernte ist dagegen eine Grabegabel ein geeignetes Werkzeug. Damit steche ich seitlich neben den Kartoffelwall (damit möglichst keine aufgespießt werden) und werfe die Erde um. Jede sichtbare Kartoffel wird natürlich gleich beiseite gelegt, damit sie nicht wieder eingegraben werden kann. Ob man sie wäscht, ist wahrscheinlich Geschmackssache. Auf jeden Fall sollten sie etwas antrocknen, bevor sie eingelagert werden. Man kann sie dazu etwa ein-zwei Stunden in der Sonne liegen lassen.

Lagerung
Am besten bleiben die Kartoffeln sicherlich frisch, solange man sie im Boden lässt. Selbst im nächsten Frühjahr sind sie, wenn's gut geht, noch erstklassig frisch. Die Gefahr ist dabei, dass sie von den Mäusen geholt werden oder erfrieren, wodurch sie glasig, weich und süßlich werden. Also wird man sie doch lieber ernten. Die beste Aufbewahrung wäre dann in einer vor Frost und Mäusen geschützten Miete. Das könnte auch eine eingegrabene Waschmaschinentrommel sein. Ein Keller sollte kühl (aber wenigstens einige Grad über Null) und nicht zu trocken sein (beides heute leider selten). Wichtig ist in jedem Fall, dass die Kartoffeln dunkel gelagert werden! und daran fehlt es oft. Selbst das Mondlicht reicht, wie mir mal ein Bauer sagte, damit die Kartoffeln langsam grün werden. Selbst wenn man noch nichts davon sieht, leidet der Geschmack darunter.

Grüne Kartoffeln
Dort wo sie aus dem Boden geschaut haben, z.B. weil der Wall zu steil war und wieder abgerutscht ist, sind die Knollen grün. Das Grüne ist leicht giftig und soll nicht gegessen werden - es schmeckt aber auch nicht. Ich bewahre die Kartoffeln mit grünen Stellen als Saatkartoffeln für's nächste Jahr auf, denn dafür sind sie uneingeschränkt geeignet.


Zucchini-Blüte, 19. Juli 2003


Zucchini
-Blüte mit Biene, 19. Juli 2003 

Zucchini

Wenn man die Bilder so ansieht, könnte man denken, es handelt sich um eine Zierpflanze - auch Nutzpflanzen können schön sein - aber natürlich baut man die Zucchini wegen der grünen, grün gestreiften oder auch gelben Früchte an.
Die Blüten lassen sich aber ebenfalls verwenden - in Ausbacketeig getaucht und in der Pfanne gebraten. Nehmen Sie dazu die männlichen Blüten, an deren Stelle ohnehin keine Zucchini wächst.

Anbau
Ein bisschen Platz sollten Sie schon haben, wenn Sie diese großen Pflanzen anbauen, außerdem lieben sie humusreichen Boden. Die Arbeit beschränkt sich dafür haupsächlich auf die Anzucht der Jungpflanzen und später die Ernte. Vor allem wegen der Frostgefahr lohnt es sich, im April in Töpfe zu säen, damit die Ernte früher beginnt. Vor allem, wenn Sie mit Schnecken rechnen, lassen Sie die Pflanzen groß genug werden, bevor sie an Ort und Stelle kommen. Deswegen sollten auch die Töpfe groß genug sein und mit nur einem Samenkorn bestückt werden.
Später bei der Ernte muss man die Pflanzen fast täglich kontrollieren, sonst passiert es schnell, dass Zucchini zu groß werden. Diese großen "Keulen" sind zwar verwendbar, aber attraktiver und zarter sind doch die kleineren. Deswegen ist es zweckmäßig, die Zucchini-Pflanzen alle in die "selbe Ecke" des Gartens zu pflanzen, damit man bei der fast täglich nötigen Kontrolle keine übersieht. Sie brauchen aber nicht unbedingt ein Beet, sondern können auch irgendwo an den Rand gepflanzt werden, etwa auf Baumscheiben ... Gegenüber ihren Verwandten, den Kürbissen, haben die Zucchini den Vorteil, dass sie nicht ranken und ihr Ausbreitungsradius daher überschaubar bleibt. Dankbar sind sie für Wärme, Sonne und humusreiche Erde - also verwöhnen Sie sie mit Kompost, wenigstens ein paar Hände voll je Pflanze. Sie können sie aber auch direkt an oder auf den Komposthaufen pflanzen - keine Angst vor Nährstoffraub, wie böse Zungen behaupten. Es bleibt noch genug übrig vom Komposthaufen!

*** Fortsetzung folgt ***


Links


A Farm for the Future
Ein sehr sehenswerter und wertvoller Film, dem ich eine eigene Seite gewidmet habe.
Es geht darum, wie Landwirtschaft in Zeiten knapper werdender Energie bestehen kann. Der Film ist nicht nur schön anzusehen, und informativ, sondern er ist sehr positiv und weist einen Weg in die Zukunft.

Stable Climates
Ein wichtiges Thema: Entwickelt sich die Erde zu einem Wüsten-Planeten oder zu einem "Modernen Urwald" mit üppiger Biosphäre, stabilem Klima und lebensfreundlichen Zuständen? Wir haben's in der Hand.
Der Text ist leider in Englisch, aber sehr deutlich, fast etwas phantastisch, aber gut!

Der Mann, der Bäume pflanzte (Elzeard Bouffier)
Diese nette Geschichte passt gut zu obigem Thema.

Großfeld und Garten
Dieser schöne Text war ehemals unter http://www.regenwurm.de/fr301.htm zu finden. (Ich habe ihn bei mir abgespeichert). Kurz zusammengefasst:
Im Garten hat man's mit der Humuspflege viel leichter, als auf dem Acker. Vom Ackerbau ist bisher nur der nasse Reisanbau nachhaltig, das heißt ohne ständige Abnahme der Humusschicht.

Boden / Humus / Mutterboden
Zitat daraus: "Vor 200 Jahren hatten die landwirtschaftlichen Nutzflächen in den meisten Ländern eine Humusschicht von durchschnittlich 60 Zentimetern, auf der unsere Nahrung wuchs. Heute ist diese Schicht, besonders in den USA, auf knapp 25 Zentimeter reduziert worden. Weitere 3 Zentimeter gehen alle 20 Jahre verloren." ... "Wir brauchen unseren Boden zum Nahrungsanbau! Er ist eine zu kostbare Ressource, als daß er mit einer derartigen Geringschätzung behandelt werden darf. Auf der anderen Seite sind ungerodete Wälder die einzigen Flächen, auf denen die Erosion des Humus überhaupt kein Problem darstellt."

Klimaveränderung durch Humusabbau (pdf-Datei)
Sehr interessant, unter anderem die Daten zum Kohlenstoffhaushalt und die Relation der Anteile in Atmosphäre, Biosphäre an Land, Humus, Meer, Fossilen Energien etc.
Zitate: Zur Humusauflockerung und somit zur Wasserspeicherung arbeiten im Boden nämlich an die 30 t Bodenlebewesen je ha. Das entspricht 60 Großvieheinheiten (z.B. Kühe). Zum Vergleich dazu können mit dem oberirdisch wachsenden Gras nur zwei Kühe je ha versorgt werden.
In Tabelle 2 wird gezeigt, dass aus dem Humus weltweit durch die chemische Landwirtschaft und durch Erosion in den letzten 50 Jahren ebensoviel CO2 pro Jahr freigesetzt wurde wie aus dem fossilen Energieumsatz.



Letzte Änderung 21. Juni 2009

Wolfram Zucker




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