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Weißer Klarapfel
19. August 2011

Äpfel

Sie sind wohl zumindest in unseren Breiten die bekannteste Obstart und schon Adam und Eva hatten damit zu tun. Äpfel gedeihen bei uns bestens und deshalb sollten sie auch hier angebaut werden, statt sie von weit entfernten Ländern liefern zu lassen. Das sollte lieber Obst vorbehalten sein, das hier nicht wächst, wie Orangen, Bananen, Mangos usw.

Die Bäume werden nicht sehr hoch aber relativ ausladend. Mit 7 m Durchmesser muss man bei einem Halbstamm schon rechnen. Man sollte auch daran denken, wo hin die Äpfel fallen und eventuell rollen, wenn sie herunter fallen. Wenn es harter Boden ist, werden die Falläpfel stärker beschädigt. Wenn es eine Straße ist, fahren die Autos darüber - schade um die Äpfel und auch nicht schön anzusehen. Besser wäre ein Standort mit weichem Untergrund, z.B. eine nicht gemähte Wiese.
Normaler guter Boden genügt und er braucht nicht besonders tiefgründig zu sein.

Frühe Äpfel im Sommer sind eine erfrischende Freude, nachdem die Apfelsaison eine Pause eingelegt hatte. Die oft reichlich vorhandenen Herbstäpfel können unter anderem zu Saft verarbeitet werden.
Besonders wertvoll sind aber die lang lagerfähigen Winteräpfel. Während es von Ende Mai (Erdbeeren, Sibirische Blaubeeren) bis in den November hinein (späte Himbeeren) durchgehend alles mögliche frische Obst aus dem eigenen Garten gibt, muss man von Dezember bis Mai ohne dieses auskommen. Späte Birnen reichen bis in den Februar hinein. Winteräpfel können diese lange Lücke schließen! Sie liefern quasi frisches (nicht konserviertes, sondern vitales) Obst bis Mai - bis es die neuen Erdbeeren gibt.

Einige Sorten

Weißer Klarapfel Man freut sich jährlich auf diese früheste und erfrischende Apfelsorte. Wenn man zu viel hat, ergibt sie ein gutes Apfelmus.
Jakob Fischer Bald nach dem Klarapfel sind diese großen, rotgelben Äpfel reif. Sie schmecken noch besser und ergeben auch ein noch etwas besseres, rötliches Apfelmus.
 
Kaiser Wilhelm Eine alte Wintersorte. Unser Baum hat angefangen zu tragen, aber ich kann noch nicht viel sagen.
Topaz Eine neue Wintersorte, die empfohlen wird. Ich habe sie gepflanzt, aber noch keine Erfahrungen.
Roter Berlepsch guter Geschmack, hoher Vitamin C-Gehalt, lagerfähig mindestens bis März
grüner Boskop Säuerlicher Apfel, gut für Kuchen, später ledrig werdend, bis April lagerfähig; erfordert Schnitt, sonst lässt der Ertrag stark nach
roter Boskop etwas milder und süßer als der grüne und daher besser als Tafelapfel geeignet; erfordert Schnitt, sonst lässt der Ertrag stark nach
Gloster (habe keine Erfahrungen) Müsste eine gute Wintersorte sein; November bis Mai
Winterrambur (habe keine Erfahrungen) bis April
Ontario (habe keine Erfahrungen) bis Mai
Parkers Pepping (habe keine Erfahrungen) bis Ende April, soll dabei guten Geschmack behalten
Große Kasseler Renette (habe keine Erfahrungen)
Finkenwerder Herbstprinz (habe keine Erfahrungen)
Berner Rosenapfel (habe keine Erfahrungen) bis Januar (?)
Altländer Pfannkuchenapfel (habe keine Erfahrungen)
Brettacher (habe keine Erfahrungen) empfindlich

 


Blühender Birnbaum, Sorte "Frühe von Trevoux" Halbstamm
18. April 2007


Die letzten Birnen der Sorte "Frühe von Trevoux", 19.8.2011



Birne "Williams Christ", fast reif
Ein Blatt mit Birnengitterrost.
19. August 2011


Birne "Köstliche von Charneux"
wird erst im September reif
19. August 2011


Winterbirne "Gräfin von Paris"
Zwei vergessene Früchte, mit Erstaunen am Baum entdeckt am 22. Januar 2011, geerntet Anfang Februar und sie waren trotz Frost noch prima.

Birnen

Diese köstlichen Früchte haben weniger Säure als Äpfel und wirken deswegen milder und süßer. Natürlich unterscheidet sie auch das Aroma und die Form von ihren runden Kernobst-Brüdern.

Die Bäume werden weniger ausladend als Apfelbäume und brauchen daher weniger Standfläche (ca. 4 - 5 m Abstand können für Halbstämme genügen). Sie werden aber dafür höher, was man bei der Auswahl des Standortes berücksichtigen sollte (Schattenwurf etc.). Man kann sie z.B. auch mit etwas Abstand neben ein Haus pflanzen, so dass man später die Birnen vom über das Dach hinausragenden Teil des Baumes mit einem Pflücker vom Dach aus ernten kann. Es sollte ein Bereich des Hauses sein, wo es keine Fenster hat, damit der Baum später nicht die Räume verdunkelt - meist sind dafür Hausecken geeignet. Falls eine Solaranlage auf dem Dach verschattet werden könnte, sollte es lieber ein Hauseck im Nordosten oder Nordwesten sein.

Birnbäume werden nicht nur hoch, sondern wollen auch tief wurzeln, weshalb der Boden möglichst tiefgründig sein soll und ohne stehendes Grundwasser. Für einen warmen geschützten Standort sind sie dankbar, gedeihen aber auch wo anders, wenn es nicht kalt und schattig ist. Damit ein Birnbaum trägt, wird mindestens ein zweiter in der Umgebung gebaucht, was aber oft der Fall ist. Wachholder sollte dagegen möglichst nicht in der Nähe sein, weil er der Wirt für einen orangefarbenen Pilz ist, den man oft in den Wachholderzweigen sehen kann, und der die Blätter von Birnbäumen in Form von orangenen Flecken befällt (siehe Bild mit der Williams Christ Birne), dem "Birnengitterrost", was die Bäume schwächt.

Außer den Halb- und Hochstämmen, die stattliche Hausbäume werden, sind auch schwächer wachsende Buschbäume sehr  gebräuchlich. Im Erwerbsanbau werden sie in Reihen gepflanzt. Man braucht deutlich mehr Bäume, aber man kann leicht ernten, weil sie längst nicht so hoch werden. Auch als Spalier an einer Hauswand sind die schwach wachsenden Buschbäume gut geeignet.

Sorten
Die "Frühe von Trevoux" trägt schon etwa zusammen mit dem weißen Klarapfel, etwa ab Ende Juli. Sie ist bisher unsere fleissigste Sorte. Sie schmeckt gut frisch, aber auch eingekocht.
Geich anschließend wird die bekannte "Williams Christ"-Birne reif. Sie gilt eigentlich als empfindlicher, macht bei uns aber nicht diesen Eindruck. Wählen Sie die Birnensorte nach Geschmack aus. Die Unterschiede in den Ansprüchen scheinen nicht so groß zu sein.
Die "Nashi", die runde japanische Birne haben wir neu, aber sie trägt schon so dass sich die noch dünnen Äste biegen. Wegen viel Regen sind einige Früchte geplatzt und dadurch früher gereift. Die erste Kostprobe einer solchen ist aber schon verheissungsvoll.

Neben zahlreichen Sommer- und Herbstsorten sind besonders die Wintersorten interessant, weil sie die Abwechslung an eigenem Obst ohne Konservierung bis in den Winter hinein bereichern. Dazu gehören z.B. die "Gräfin von Paris", die bei uns an einer Hauswand wächst, oder die Vereinsdechantbirne - wohl eine der besten Winterbirnen.


Unsere gelbe Wildpflaume blüht (weiß) - was gelb blüht ist die Forsithye, die in den Baum hinauf gewachsen ist.
3. April 2011

Pflaumen

Unter dem Oberbegriff versammeln sich die Wildpflaumen oder "Kricherl", die Mirabellen, Reineclauden, Zwetschgen und jene, die sozusagen keinen eigenen Namen haben und einfach auch Pflaumen genannt werden, höchstens noch mit Abwandlungen, wie Bauernpflaumen, Eierpflaumen ...

Diese Steinobst-Familie ist relativ einfach zu kultivieren. Weder sind die

Ansprüche an Boden oder Klima besonders hoch, noch ist es wahrscheinlich, dass Krankheiten den Ertrag verhindern oder Tiere ihn stehlen. Auch für Einsteiger stehen die Chancen auf ein Erfolgserlebnis relativ gut.

Als Baumgröße ist der Halbstamm bewährt. Leider kann man nicht genau vorhersagen, wie groß die Krone wird, denn die Bäume können sich ziemlich unterschiedlich entwickeln.
Der Standort sollte nicht zu trocken sein. Pflanzen Sie also eher nicht auf einen Berg, wo das Wasser weg läuft, sondern in eine Senke, wo es hin läuft. Sogar mit Staunässe kommen Pflaumen unter den Obstbäumen wohl am besten zurecht. Jedenfalls kenne ich eine Streuobstwiese, wo einige Pflaumenbäume dort wachsen, wo zeitweise das Wasser steht.


Inzwischen sind die gelben Wildpflaumen reif. Die Äste biegen sich unter der Last.
15. Juli 2011
Wildpflaumen
Wenn ein Baum aus einem Kern wächst, kommen meist nur die kleinen (etwa kirschgroßen) runden Wildpflaumen heraus. Es gibt viele verschiedene - genau genommen ist sogar jeder Sämlings-Baum eine eigene Sorte. Die Früchte können gelb sein oder verschiedene Rottöne haben. Viele schmecken ganz interessant, haben zum so-essen aber eigentlich zu viel Säure (der Saft ist am süßesten und die Schale am sauersten). Man kann aber Marmelade daraus machen.
Manche Sorten schmecken aber auch richtig gut. Wir haben z.B. zwei Bäume mit gelben Früchten, die ich vor vielen Jahren mal als Ableger mitgebracht habe. Während der Erntezeit von etwa Mitte bis Ende Juli verwende ich meist nur diese Wildpflaumen für mein Müsli - jede Frucht durchgeschnitten, um den leicht lösenden Kern (Stein) heraus zu nehmen.
Da der Baum aber meist sehr viel trägt, machen wir eine gelb-orangene Marmelade daraus, die sehr begehrt ist und auch ein schönes Geschenk.

Die Bäume wachsen robust und anspruchslos, haben meist Stacheln und werden sehr hoch. Ich kürze sie alle paar Jahre, möglichst dann wenn die Äste gerade reife Früchte tragen, die ich in der Höhe mit der Leiter sowieso nicht mehr erreiche. Man kann den Baum aber auch schütteln, statt von der Leiter zu ernten. Dazu breiten wir vorher ein möglichst großes Tuch darunter aus.

Wenn Sie Platz haben, lassen Sie selbst aufgegangene Wildpflaumen-Bäumchen wachsen, bis Sie die Früchte probieren können. Es können interessante Sorten dabei sein.


Pflaume "Königin Victoria"
19. August 2011
Eierpflaumen
Sie reifen als zweites, nach den meisten Wildpflaumen, und etwa zusammen mit den frühen Zwetschgen-Sorten. Sie haben große Früchte und eigenen sich vor allem für den Frischverzehr, weil sie saftig und süß sind. Wenn man sie dagegen erhitzt, verschwindet die Süße und sie schmecken sauer. Dadurch sind sie z.B. für Kuchen nicht so gut geeignet wie die späten Zwetschgen (auch weil sie nasser sind).
Bei einem gut tragenden Baum wird man mit dem roh-Essen kaum nachkommen, aber was man selber nicht schafft, kann man ja verschenken. Einfrieren wäre noch eine Möglichkeit, aber soweit ich mich erinnere werden sie dabei auch sauer (?).

Sorten:
Ontariopflaume (soll sehr gut sein)
Kirkespflaume (alte Sorte, sehr süß, große Früchte)
Königin Victoria (goldgelb, sonnenseits hellviolett, siehe Bild rechts)

Zwetschge, Sorte "Hauszwetschge"
noch nicht ganz reif
4. September 2011
Zwetschgen
Sie sind oval, aber kleiner als die Eierpflaumen, blau-violett, oft blau bereift.

Es sind wohl die am meisten angebauten Vertreter der Pflaumen-Familie. Die Früchte sind zwar nicht so groß, aber sehr vielseitig verwendbar. Viele schmecken frisch sehr gut.
Vor allem die späteren Sorten sind aber auch gut zu verarbeiten zu Zwetschgendatschi - was wäre ein Herbst ohne ihn? - oder zu Pflaumenmus. Im Gegensatz zu den Pflaumen und frühen Zwetschgen geht bei den späten die Süße beim Erhitzen nicht verloren. Dörrzwetschgen (teils auch Dörrpflaumen genannt) sind eine Möglichkeit, die Früchte für den Winter haltbar zu machen. Sie sind zum so-essen gut, können aber auch als Zutat zu Früchtebrot dienen oder wieder eingeweicht werden.

Sorten:
Bewährt ist die Hauszwetschge oder die Schönberger Zwetschge (eine Weiterentwicklung davon).
In der Schweiz ist die Sorte Fellenberg am beliebtesten, auch Italienische Zwetschge genannt.

Es gibt einige Neuzüchtungen, die interessant sind, aber teils zu sehr auf hohen Ertrag gezüchtet wurden, so dass es nötig ist, die Früchte auszudünnen. Mehr siehe: Neue Zwetschgensorten: Ergebnisse aus fünf Jahren Leistungsprüfung

Pfirsich "Revita"
im Sommer 2010 gepflanzt
Aufnahme: 19. August 2011



Pfirsichbaum "Benedicte"
im Sommer 2010 gepflanzt
Aufnahme: 21. August 2011

Pfirsich

Leider haben Pfirsiche bei uns mit der Kräuselkrankheit zu kämpfen, ein Pilz, der die Blätter befällt und dazu bringt, sich zu verformen (kräuseln) und in stärkeren Fällen abzufallen. Das schwächt natürlich den Baum.
Die beste Abhilfe schafft man, wenn der Baum unter Dach steht, also vor Regen geschützt ist, z.B. als Spalier an einer Südwand (oder evtl. Ostwand) mit genügend Dachüberstand.
Als zweitbeste Möglichkeit bleibt, möglichst resistente Pfirsichsorten zu pflanzen. Diese werden von der Kräuselkrankheit nur leichter befallen und kommen damit halbwegs zurecht. Diese Möglichkeit habe ich mit den drei in der Tabelle genannten Sorten versucht und es scheint zu klappen.

Sorten

Sorte
Eigenschaften
Revita Neuzüchtung, kaum Kräuselkrankheit, Frucht gelbgrün, sonnenseits dunkelrot, cremeweißes Fruchtfleisch, saftig süß und aromatisch
Benedicte gering anfällig für Kräuselkrankheit, stark wachsend, weißfleischig
Amsden Robuste ältere Sorte, wenig anfällig gegen Kräuselkrankheit, Frucht mittelgroß und süß saftig, Schale rot, Fruchtfleisch weiß

Weitere Pfirsichsorten mit geringerer Anfälligkeit: Weinbergpfirsich, Kernechter vom Vorgebirge, Roter Ellerstädter, Früher Alexander, Rekord aus Alfter, Fidelia, Manon

Tipp: Ziehen Sie selbst Pfirsichbäume aus Kernen. Wie bei anderem Obst weiß man zwar vorher nicht genau, was heraus kommt, denn jeder Sämling ist ja eine neue Sorte. Bei Pfirsichen sind die Früchte aber eigentlich immer brauchbar, meist sogar richtig gut.
Ich sammle im Sommer die Kerne von gekauften Pfirsichen und erstrecht von eigenen und säe diese entweder bald oder auch im nächsten Frühjahr. Man kann die ganzen Kerne säen oder die Schale knacken und nur die mandelähnlichen Samen verwenden. Gesät habe ich meist direkt ins Freiland als Reihe auf einem Gemüsebeet oder auch mal in einen Blumenkasten im Gewächshaus.
Längst nicht aus allen Samen wächst ein Bäumchen und die, welche wachsen, sind auch sehr unterschiedlich vital. Von vielen Pfirsichkernen bleiben am Ende nur wenig Bäume, aber das sind dann die gesündesten. Im Moment habe ich einen schon recht stattlichen Pfirsichbaum, der dieses Jahr (2011) viele schöne Früchte trägt.

Olivenbaum "Leccino"
gepflanzt erst im Juni 2011
Aufnahme: 19. August 2011

Oliven

Die Chance, dass Olivenbäume in Deutschland die Winter überleben ist nicht gerade groß. Immerhin gibt es bei Köln einen Olivenhain mit über 100 Bäumen, aber Köln das ist am Rhein und recht mildes Klima. Es in Bayern in rund 680 m Höhe zu versuchen ist schon sehr "optimistisch" - und wahrscheinlich werde ich mich damit endgültig blamieren.

Naja, versuchen kann man es ja ... und was dafür spricht ist, dass es wohl ziemlich unterschiedlich empfindliche Olivensorten gibt. Hier eine Auswahl der nicht ganz so kälteempfindlichen Sorten:

Sorte Herkunft Frosthärte Verwendung Anmerkung
Leccino Toskana/Umbrien (Mittelitalien) toleriert Feuchtigkeit und Winterkälte sehr gut für Öl wird von den Sorten „Pendolino“, „Maurino“ und „Frantoio“ bestäubt
Olivastra Seggianese
Toskana (Italien) toleriert Feuchtigkeit und Winterkälte gut   stark wachsend
Taggiasca
Italien (Ligurien) toleriert Feuchtigkeit und Winterkälte gut    
Correggiolo
Toskana (Italien)      
Maurino
Toskana (Italien)      
Canino
Toskana (Italien)      
Cipressino
Toskana (Italien)   für Öl  
Frantoio Toskana (Italien) bis -12°C für Öl guter Ertrag, besonders feines Öl,
Pendolino Toskana (Italien)   für Öl auch zur Bestäubung angebaut
Aglandau oder Aglandaou
Frankreich evtl. ähnlich hart wie Leccino grüne Tafelolive soll die große Kältewelle von 1956 am besten überstanden haben
Grossane
Frankreich relativ hart schwarze Tafelolive  
Moufla
Frankreich angeblich bis -23°C    
Olivière Frankreich   für Öl selbststeril
Cornicabra
Spanien nach Untersuchung der Universität Córdoba die härteste spanische Sorte für Öl Bestäubersorte
Arbequina
Katalonien, Aragon, Andalusien (Spanien), Argentinien, Chile kurz -17°C
(nach obiger Quelle härter als die beiden folgenden)
begehrte kleine braune Tafelolive und für Öl Bestäubersorte
Hojiblanca
Spanien kurz -19°C Tafelolive und für Öl  
Picual Spanien kurz -19°C bedeutende Sorte für Öl  


Brombeeren mit Dornen, vermutlich die Sorte "Theodor Reimers"
21. August 2011

Brombeeren

Es sind köstliche und sehr gesunde Beeren, die am besten frisch gegessen werden sollten. Sie lassen sich aber auch gut einfrieren. Andere Verwertungsarten wie Marmelade sind natürlich gut möglich, aber eigentlich ist es schade, weil der Gesundheitswert dann nicht mehr so hoch ist.

Es gibt inzwischen diverse dornenlose Brombeersorten. Leider können sie im Geschmack nicht mit den dornigen mithalten. Am besten ist davon wohl die Sorte "Loch Ness" oder auch "Nessi" genannt. Vollreif sind die Früchte süß und gut. Nicht ganz reif sind sie aber sauer.

Unerreicht ist der aromatische Geschmack der alten dornigen Brombeersorten, wovon "Teodor Reimers" die bekannteste ist, mit großen Früchten und kräftigen Trieben.

Standort
Die Beeren sind im allgemenen zwar Waldrandpflanzen und kommen mit Halbschatten zurecht, aber die Brombeeren sind doch recht sonnenhungrige Vertreter der Beeren. Man könnte sagen, sie mögen den südlichen Waldrand. Der Boden soll ruhig feucht und gut gemulcht sein, aber die Pflanzen tragen in der Sonne mehr, größere und süßere Früchte.
Obwohl Brombeeren bei uns heimisch sind, ist ihr Holz nicht so frosthart, wie man meinen könnte. In kalten Wintern frieren die Triebe des letzten Jahres mehr oder weniger zurück.

Die ordentliche Erziehung
Die Triebe wachsen im ersten Jahr, tragen im zweiten Jahr und sterben dann im folgenden Winter ab.
Man kann die Pflanze z.B. an einen Zaun setzen (oder an ein Spalier oder horizontal Drähte spannen) und daran immer wieder die neune Triebe anbinden und jährlich die alten entfernen. Für diese Arbeit sind die dornenlosen Sorten natürlich angenehmer.

Das freie Brombeergestrüpp
Wenn man Platz dafür hat, kann man vor allem die dornigen Brombeeren aber auch frei wachsen lassen. Die alten abgestorbenen Triebe bleiben und bilden den Unterbau, über den die neuen wachsen. Ranken, die auf den Boden kommen, bilden dort Wurzeln und es entstehen neue Pflanzen. So kann z.B. ein sonniger Südhang, auf den man nur wenige Brombeerpflanzen setzt, nach einigen Jahren ein einziges großes Brombeergestrüpp sein, das sehr reich trägt. Es ist etwas schwierig, an die Beeren zu kommen, aber dafür hat man damit das Jahr über sonst keine Arbeit. Der Standort sollte möglichst einer sein, wo sich die Pflanzen "austoben" dürfen, wo man also nicht ständig damit beschäftigt ist, sie dort auszureißen, wo sie nicht hinwachsen dürfen.


Japanische Weinbeeren
An den etwas klebrigen Früchten haben sich ein paar Distelsamen verfangen.
19. August 2011

Japanische Weinbeeren

Rotborstige Himbeere, Rubus phoenicolasius

Die Früchte bringen eine Bereicherung des sommerlichen Beeren-Speisezettels. Sie sind den Himbeeren ähnlich, eher etwas kleiner und glänzend. Sie schmeken etwa genauso gut, aber doch etwas anders.

Die Pflanze hat einen rankenden Wuchs, ähnlich wie Brombeeren, ihre Dornen sind jedoch viel feiner. Wie bei Brombeeren tragen die Triebe im zweiten Jahr und sterben dann im folgenden Winter ab.

Ich habe die Pflanze erst seit dem Frühjahr 2011 und noch kaum Erfahrungen, aber wahrscheinlich kann man sie ebenso wie Brombeeren ordentlich erziehen oder als freies Gestrüpp wachsen lassen, wie oben bei den Brombeeren beschrieben.

 

*** Fortsetzung folgt ***


Links


A Farm for the Future
Ein sehr sehenswerter und wertvoller Film, dem ich eine eigene Seite gewidmet habe.
Es geht darum, wie Landwirtschaft in Zeiten knapper werdender Energie bestehen kann. Der Film ist nicht nur schön anzusehen, und informativ, sondern er ist sehr positiv und weist einen Weg in die Zukunft.

Stable Climates
Ein wichtiges Thema: Entwickelt sich die Erde zu einem Wüsten-Planeten oder zu einem "Modernen Urwald" mit üppiger Biosphäre, stabilem Klima und lebensfreundlichen Zuständen? Wir haben's in der Hand.
Der Text ist leider in Englisch, aber sehr deutlich, fast etwas phantastisch, aber gut!

Der Mann, der Bäume pflanzte (Elzeard Bouffier)
Diese nette Geschichte passt gut zu obigem Thema.

Großfeld und Garten
Dieser schöne Text war ehemals unter http://www.regenwurm.de/fr301.htm zu finden. Er ist ein Kapitel aus dem Buch Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not. Kurz zusammengefasst:
Im Garten hat man's mit der Humuspflege viel leichter, als auf dem Acker. Vom Ackerbau ist bisher nur der nasse Reisanbau nachhaltig, das heißt ohne ständige Abnahme der Humusschicht.

Boden / Humus / Mutterboden
Zitat daraus: "Vor 200 Jahren hatten die landwirtschaftlichen Nutzflächen in den meisten Ländern eine Humusschicht von durchschnittlich 60 Zentimetern, auf der unsere Nahrung wuchs. Heute ist diese Schicht, besonders in den USA, auf knapp 25 Zentimeter reduziert worden. Weitere 3 Zentimeter gehen alle 20 Jahre verloren." ... "Wir brauchen unseren Boden zum Nahrungsanbau! Er ist eine zu kostbare Ressource, als daß er mit einer derartigen Geringschätzung behandelt werden darf. Auf der anderen Seite sind ungerodete Wälder die einzigen Flächen, auf denen die Erosion des Humus überhaupt kein Problem darstellt."

Klimaveränderung durch Humusabbau (pdf-Datei)
Sehr interessant, unter anderem die Daten zum Kohlenstoffhaushalt und die Relation der Anteile in Atmosphäre, Biosphäre an Land, Humus, Meer, Fossilen Energien etc.
Zitate: Zur Humusauflockerung und somit zur Wasserspeicherung arbeiten im Boden nämlich an die 30 t Bodenlebewesen je ha. Das entspricht 60 Großvieheinheiten (z.B. Kühe). Zum Vergleich dazu können mit dem oberirdisch wachsenden Gras nur zwei Kühe je ha versorgt werden.
In Tabelle 2 wird gezeigt, dass aus dem Humus weltweit durch die chemische Landwirtschaft und durch Erosion in den letzten 50 Jahren ebensoviel CO2 pro Jahr freigesetzt wurde wie aus dem fossilen Energieumsatz.



Letzte Änderung 1. November 2011

Wolfram Zucker




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