DER NEUE OPERNFÜHRER
Im Urteil der Presse
Hans Koeltzsch, der Hamburger Musikwissenschaftler und Kritiker, hat
einen Opernführer geschrieben, der sich in mehr als einer Hinsicht
vom Schema solcher Kompendien unterscheidet. Er begnügt sich
nicht mit der bekannten objektiven Inhaltsangabe der Werke, sondern
charakterisiert sie zugleich in ihrem Wesen und Stil mit der ganzen
Erfahrung eines Kenners. Zugleich ordnet er sie ein in die Geschichte
der Oper, gibt nach den Anfängen mit Monteverdi, Purcell, Händel
und Gluck eine Charakteristik der komischen Oper, gibt dem klassischen
Dreigestirn Haydn, Mozart und Beethoven ausführlichen Raum, faßt
die Oper der Romantiker und die deutsche bürgerliche Oper zusammen,
zeigt Italien auf dem Wege zu Verdi, schildert die Grand Opera und
die Opera Comique im Paris des 19. Jahrhunderts, stellt Verdi und
Wagner in ihrer ganzen Bedutung dar. Es folgen die bunte Opernwelt
bis zum Ausklang des vorigen Jahrhunderts, die nationalen Opernbewegungen
in Rußland, der Tschechoslowakei und anderen Ländern und
die Oper der Gegenwart. Hier fehlt keiner, von Busconi, Schönberg,
Berg, Strawinsky bis Orff, Egk, Honegger, Gershwin, Menotti, Britten,
Blacher und Henze. Daran schießen sich noch die wichtigsen Operetten
und die Zusammenstellung einiger Bühnenmusiken. Kapitel über
die schönen Simmen, die berühmten Dirigenten, die berühmtesten
Theater und Theaterbauten ergänzen das Material. Schließlich
erhält der Opernfreund eine aufschlußreiche Schilderung
über das Werden einer Opernaufführung. Dankbar werden die
Leser auch für das umfangreiche Verzeichnis von Schallplattenaufnahmen
vollständiger Opern unter dem Titel "Oper im Heim"
sein. Angefügt sind die Zeittafeln der Uraufführungsjahre
der Opern, der Lebensdaten der Komponisten und die notwendigen Register.
Der Leser fühlt sich durch das ganze Buch von einem Mann begleitet,
dessen innere Anteilnahme in jedem Satz spürbar wird. Das Werk
ist aus einem Guß, es ist ein idealer Opernführer, wie
es wenige gibt. Notenbeispiele begleiten die Analysen der wichtigsten
Werke. Zahlreiche Bilder geben die Porträts der Komponisten,
Dirigenten, der Sänger und Sängerinnen, Szenenbilder und
Darstellungen der großen Operntheater. So liegt hier mehr als
ein Hilfsmittel vor dem Anhören einer Oper vor, sondern ein Kompendium
der Oper, von dem man nur sagen kann, daß es sich bald einen
bevorzugten Platz im Hause der Opernfreunde schaffen wird.
(Stuttgarter Zeitung)
Ein Buch, das mit seinem Reichtum und seiner lebendigen aktuellen
Gestaltung der Konkurrenz, deren es ja auf diesem Felde genug gibt,
wohl standzuhalten vermag. (Mannheimer Morgen)
Wir wüßten
nicht, wie ein Opernführer aussehen müßte, der besser
als dieser sein könnte.
(Heidelberger Tageblatt) |